15. Juli 2026
Aufwandsentschädigung im Vereinstennis: Was ist üblich – und worauf müssen Verein und Spieler achten?
Kaum ein Thema ist im Vereinstennis so präsent – und wird so ungern offen besprochen: Geld. Dabei hilft Transparenz beiden Seiten. Ein Überblick, was üblich ist, ohne Anspruch auf Rechtsberatung.
Die Realität: Die meisten spielen kostenlos
Zuerst die wichtigste Einordnung: Der weit überwiegende Teil aller Medenspieler:innen erhält gar nichts – und sucht auch nichts anderes als ein gutes Team, ordentliche Plätze und feste Spieltermine. Auf spieler.markt.tennis ist „spielt kostenlos" deshalb ein gleichwertiges Vergütungsmodell und kein Makel.
Was ab der mittleren Ligaebene üblich ist
- Fahrtkostenerstattung – der Klassiker, oft ab Bezirksliga: Kilometerpauschale zu Auswärtsspielen, manchmal auch zum Training.
- Sachleistungen: Bälle, Besaitung, Trainingsanteile, beitragsfreie Mitgliedschaft. Für viele Spieler:innen attraktiver als kleine Geldbeträge.
- Prämien pro Einsatz: In Verbands- und Oberligen sind – je nach Region und Spielstärke – Beträge von 50 bis einigen hundert Euro pro Medenspiel verbreitet. Ab Regionalliga wird meist über ganze Saisonpakete gesprochen.
Die rechtlichen Leitplanken (Deutschland)
- Ehrenamtspauschale (§ 3 Nr. 26a EStG): bis zu 840 €/Jahr steuerfrei – aber nur für nebenberufliche Tätigkeiten im ideellen Bereich, nicht für reines Spielen gegen Bezahlung.
- Minijob: Zahlt ein Verein regelmäßig, ist der Spieler schnell Beschäftigter – dann Anmeldung über die Minijob-Zentrale (bis 556 €/Monat) inklusive Pauschalabgaben. Viele Vereine regeln „Vertragsspieler" genau so.
- Amateur-Status & Verbandsrecht: Die Wettspielordnungen der Landesverbände kennen keine Ablösesummen; Wechsel sind an Fristen gebunden, nicht an Zahlungen. Schwarze Kassen gefährden Gemeinnützigkeit und Versicherungsschutz – die häufigste und vermeidbarste Falle.
Faustregel: Alles, was über echte Auslagenerstattung hinausgeht, gehört sauber dokumentiert und im Zweifel vom Steuerberater des Vereins abgesegnet.
Fair verhandeln – so geht's
- Früh Klarheit schaffen: Auf markt.tennis geben Spieler:innen ihr Vergütungsmodell (kostenlos / Aufwandsentschädigung / verhandelbar / professionell) direkt im Profil an – inklusive optionaler Größenordnung. Das erspart beiden Seiten unangenehme Gespräche.
- Gesamtpaket denken: Unterkunft für Sommerspieler aus dem Ausland, Trainingsmöglichkeiten und Turnierfahrten sind oft mehr wert als die reine Prämie.
- Zuverlässigkeit bepreisen: Ein LK-12-Spieler, der garantiert bei allen Spielen antritt, ist für die Meldeliste wertvoller als ein LK-6-Star, der zweimal absagt.